30/12/2018

Was macht dich krank und was hält dich gesund? (Teil 2)

Heute am Beispiel von Einkommen und Einkommensverteilung

Ohne Zweifel ist das Einkommen einer der wichtigsten sozialen Einflussfaktoren auf den Gesundheitszustand  einer Person. Je höher das Einkommen, desto variabler kann der Lebensstil mit all seinen Vorzügen geplant werden. Zu den Vorzügen zählen wir ein umfangreicheres Nahrungsangebot, gute Lebensbedingungen und ausreichender Zugang zu allen wichtigen Faktoren, die ein gesundes Leben ermöglichen. Die Zusammenhänge zwischen Geld und Gesundheit zeigen sich nicht nur am Gesundheitszustand einer Familie und deren durchschnittlichen Familieneinkommen, sondern auch an der Verteilung des Einkommens in der Bevölkerung und wie diese Verteilung in Beziehung zur Gesundheit der Allgemeinbevölkerung gesetzt werden kann. Je gleichmäßiger die finanziellen Mittel verteilt sind, desto besser ist der gesundheitliche Zustand einer Population.

coins 1726618 640Abgefedert kann diese gesellschaftliche Ungleichheit durch vermehrte kostenlose bzw. kostengünstige Leistungen im Gesundheitsbereich werden. Auf diese Weise kommen Personen und Personengruppen mit geringen finanziellen Möglichkeiten ebenfalls in den Genuss einer angemessenen Gesundheitsversorgung. Das geringe Einkommen bringt es mit sich, dass Personen sich Ihrem sozialen Umfeld entziehen und auf materielle Dinge verzichten müssen. Je ausgeprägter dieser Verzicht im Laufe der Zeit wird, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich diese Einzelpersonen oder Familien die grundlegendsten Anschaffungen zum Erhalt der Gesundheit (Nahrung, Kleidung, Unterkunft) nicht mehr leisten können. Die soziale Abgrenzung erschwert ebenfalls die kulturelle Anbindung und Lernbereitschaft der Betroffenen. In Kanada wurde herausgefunden, dass Männer, die in den wohlhabendsten Wohngebieten leben, um rund fünf Jahre länger leben als jene Männer, die in den ärmsten Bezirken leben. Die Angaben beziehen sich hierbei auf die jeweils 20% reichsten und ärmsten Bezirke. Bei den Frauen wirkt es sich im Vergleich geringer aus, hier ergibt sich ein Unterschied von rund zwei Jahren. Die ärmeren Bezirke weisen zudem auch eine höhere Selbstmordrate, mehr Diabetesfälle und Herzinfarkte auf.

Vor allem die Regierung und die gewählten Politiker sind aufgefordert die Ungleichheiten beim Einkommen zu beseitigen. Steuermöglichkeiten ergeben sich hier vor allem durch die Änderung der Steuerlasten. Geringe Einkommen müssen entlastet und das Leben für die Betroffenen wieder leistbar werden.

Bildung

Neben vielen anderen wichtigen Faktoren ist die Bildung ebenfalls von großer Bedeutung für den Gesundheitszustand einer Person. Personen mit höherem Bildungsabschluss weisen tendenziell eine bessere Gesundheit auf. Die vorhandene Bildung wirkt über verschiedene Wege positiv und spielt somit eine große Rolle für das Wohlbefinden der Betroffenen. Es gibt einen statistisch erwiesenen Zusammenhang zwischen Bildungsstand und anderen sozialen Determinanten der Gesundheit. Zu diesen zählen ein höheres Einkommen, Sicherheit am Arbeitsplatz und die damit verbundenen Bedingungen am Arbeitsplatz. Somit stellt die Ausbildung eine Basis für die weitere Karriere dar, denn mit dem sozioökonomischen Aufstieg wird auch der Zugang zu anderen relevanten sozialen Determinanten leichter möglich.

Bildung

Mit einer guten Ausbildung ergibt sich oft die Möglichkeit früher als unqualifizierte Personen einen Arbeitsplatz zu erhalten. In schwierigen Zeiten werden vielfach Personen mit geringer Ausbildung und ohne Schlüsselposition in Unternehmen früher gekündigt, weil diese leichter ersetzbar sind. Selbst wenn sich trotz guter Ausbildung und betrieblicher Verankerung eine Kündigung abzeichnen sollte, stehen am Arbeitsmarkt bei ausreichender Flexibilität Alternativen zur Verfügung. Das Wissen bringt es mit sich, dass es mehr Interesse an politischer Mitsprache gibt und der Einflussbereich auf die mögliche Veränderung von sozialen Determinanten eher genützt wird. Das Wissen wird somit dazu verwendet, die eigene Situation nachhaltig zu verbessern. Gleichzeitig können externe Reize und Einflüsse besser daraufhin überprüft und notfalls ausgeschalten werden, die einen möglichen negativen Einfluss auf die Gesundheit erwarten lassen.

Sollte das Bildungsniveau einer Person als gering eingestuft werden, so bedeutet das aber nicht unweigerlich, dass die Person deswegen automatisch einen schlechten Gesundheitszustand aufweisen wird. Die Politik ist in der Lage durch leicht zugängliche Leistungen für alle die negativen Auswirkungen abzufedern. In Canada und in anderen Ländern hat sich gezeigt, dass Kinder von Eltern mit einem niedrigen Bildungsgrad öfter von einem schlechteren Schulerfolg betroffen sind als Kinder von Eltern mit höherer Schulbildung. Je früher diesen Kindern eine schulische Unterstützung zur Verbesserung Ihrer Leistungen angeboten wurde, desto schneller verbesserte sich der Schulerfolg. In Ländern, in denen die schulische Ausbildung günstig oder kostenlos angeboten wird, konnte ein geringer Zusammenhang zwischen Schulerfolg und familiären Hintergrund festgestellt werden.

Es liegt somit im Verantwortungsbereich der Politik, den Zugang zum Schulsystem allen zu ermöglichen, damit familiär bedingte Nachteile für die Kinder nicht schlagend werden.

Letzte Änderung am 30/12/2018
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