30/12/2018

Was macht dich krank und was hält dich gesund? (Teil 5)

Heute am Beispiel von Geschlecht

Das Geschlecht spielt im Zusammenhang von Gesundheitszustand und Gesundheitsversorgung eine große Rolle. Die Gründe dafür sind offensichtlich, finden aber erst seit kurzer Zeit Berücksichtigung in der Gesundheitsförderung und Gesundheitspolitik. Vor allem der unterschiedliche Einfluss von sozialen Determinanten auf den Gesundheitsstatus einer Person wirkt sich bei Frauen stärker als bei Männern aus. Hauptverantwortlich dafür ist der Verantwortungsbereich einer Frau im Familienleben. Frauen sind vorrangig für die Erziehung und das Wohl der Kinder verantwortlich und gleichzeitig fällt Ihnen der größte Teil der Hausarbeit zu. Aus dieser Konstellation ergibt sich, dass Frauen seltener einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen und seltener die Leistungen einer Arbeitslosenunterstützung in Anspruch nehmen. Kommt es zur Kürzung von Sozialleistungen, so sind Frauen am Ende stärker nachteilig davon betroffen. Falls Frauen berufstätig sind, so ist deren Entlohnung oft schlechter als die von Männern und die Wahrscheinlichkeit am Arbeitsplatz einer Diskriminierung ausgesetzt zu sein ist ebenfalls größer.

Geschlecht und AlterAlleinerziehende Frauen sind gefährdet in die Armut abzurutschen, wenn es keine kostengünstigen Möglichkeiten für die Kinderbetreuung gibt und die Bezahlung am Arbeitsplatz gering ist. Je eher hier weitere Verbesserungen erreicht werden können, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Alleinerzieherinnen ohne staatliche Hilfe auskommen können.

In vielen Ländern ist die Lebenserwartung von Frauen höher als von Männern. Falsch wäre es aber anzunehmen, dass deswegen der Gesundheitsstatus von Frauen automatisch besser ist. Frauen weisen im Durchschnitt öfters langwierige Einschränkungen des Gesundheitszustandes und chronische Erkrankungen gegenüber Männern auf. Bei Männern ergibt sich die geringe Lebenserwartung beispielsweise durch das erhöhte Risiko bei Unfällen zu versterben oder durch extreme Formen der sozialen Ausgrenzung, die in Folge zu einer Lebenszeitverkürzung führt. Die Suizidrate ist rund vier Mal höher bei Männern als bei Frauen.

Männer die bereits in jungen Jahren schlechte Lebenserfahrungen im Sinne von Armut, geringer Ausbildung und Arbeitslosigkeit gesammelt haben, neigen eher zu unsozialen und kriminellen Handlungen. Die Folgen davon sind oft hohe Geld- oder Gefängnisstrafen.

Eine gesetzlich geregelte Angleichung der Gehälter von Männer und Frauen kann dazu beitragen, die wirtschaftliche Situation auf Dauer zu verbessern. Wenn es ebenfalls gelingt, ausreichend kostengünstige und trotzdem gute Kinderbetreuungsplätze zu schaffen, dann können Frauen eine Mutterschaft und Karriere leichter in Einklang bringen.

Rassenunterschied

Rassenunterschied und Hautfarbe

Menschen anderer Abstammung und Immigranten im Allgemeinen sind häufiger von Arbeitslosigkeit, ungleicher Bezahlung und Armut betroffen und wohnen häufiger in sozial schwächeren Bezirken.

Personen, die rassenspezifische Unterschiede zur Bevölkerung des jeweiligen Landes aufweisen, sind mit einer Vielzahl von lebensbenachteiligenden Umständen konfrontiert. Diese üben nicht nur eine Wirkung auf diese Personen aus, sondern haben auch einen Einfluss auf die Gesundheit der gesamten Gesellschaft dieses Landes.

Der hierbei auftretende Rassismus kann in drei Formen zu Tage treten. Institutionalisiert  betrifft er vor allem die Struktur der Gesellschaft und findet sich auch in der situationsabhängigen Auslegung von Vorgaben und Handlungen von verschiedenen Einrichtungen des öffentlichen und privaten Lebens. Das heißt nicht, dass die Gesetze in einem Land so verfasst werden, dass rassistisch motivierte Handlungen ermöglicht werden, sondern heißt, dass die vollziehenden Organe individuelle Fehlinterpretationen als sachgemäß und akzeptabel ansehen.  Rassismus, der von einer Person ausgeht, äußert sich in Form von Diskriminierung oder Vorurteilen gegenüber anderen. Als verinnerlichter Rassismus wird jene Form bezeichnet, wenn stigmatisierte Personen beispielsweise Aussagen über deren Minderwertigkeit akzeptieren. Diese kann dann in Hoffnungs- oder Hilflosigkeit oder völlige Resignation münden.

Die Aussage, dass Immigranten einen schlechteren Gesundheitszustand als die bereits ansässigen Bewohner haben, konnte bereits durch Studien widerlegt werden. In Kanada wiesen die Zuwanderer einen besseren Gesundheitszustand auf als die in Kanada geborenen Menschen (healthy migrant effect). Als mögliche Erklärung kann angeführt werden, dass oftmals junge und gesunde Menschen aufgrund der schlechten wirtschaftlichen oder politischen Lage in einem Land Ihre Zukunft in einem der wohlhabenden Industriestaaten suchen. Jedoch kommt es oft zu einer Diskrepanz zwischen den Erwartungen und den angebotenen Möglichkeiten im Zielland. Um dort bestehen zu können, werden mögliche Benachteiligungen am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft in Kauf genommen.

Politische Verantwortungsträger müssen sich des vorhandenen Rassismus in der Gesellschaft bewusst werden. Mit Hilfe von Bildungsinitiativen und Aufklärungskampagnen muss diesem Trend entgegen gewirkt werden. Über Gesetze und Zugangsregulierungen am Arbeitsmarkt müssen Möglichkeiten geschaffen werden, die es qualifizierten Zuwanderern erlauben, am Arbeitsmarkt aktiv zu werden.

Ein Leben mit Behinderung

Behinderung wird vielfach von der Gesellschaft pauschal als ein medizinisches Problem (betrifft physikalische und mentale Funktionen) angesehen, die soziale Komponente wird viel zu oft ausgeblendet. Wir als Teil der Gesellschaft sind dafür verantwortlich, Möglichkeiten zu schaffen, dass eine Teilnahme am sozialen Leben ohne Einschränkung trotz Behinderung möglich ist.

Behinderung

Eine körperliche Behinderung reduziert die Wahlmöglichkeiten am Arbeitsmarkt. Jedoch dort, wo die normale Ausübung der geforderten Tätigkeiten möglich ist, ist es nicht nachvollziehbar, warum diese Personen eine schlechtere Bezahlung erhalten.

Gewählte Personen in der Politik haben dafür Sorge zu tragen, dass vorhandene Barrieren am Arbeitsmarkt reduziert werden und Betroffene die Unterstützung erhalten, die sie brauchen, um keiner Diskriminierung am Arbeitsmarkt ausgesetzt zu werden.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass es für die Erhaltung unserer Gesundheit in unserer Gesellschaft notwendig ist, unsere Gesundheitspolitik so zu gestalten, dass dadurch unsere Lebensbedingungen und unsere Umwelt dazu beitragen, ein gesundes Leben für alle zu ermöglichen.

Alexander Riegler Wohlfühl-Challenge

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