Der Gesundheitskompetenz-Blog von Alexander Riegler

Heute am Beispiel von Geschlecht

Das Geschlecht spielt im Zusammenhang von Gesundheitszustand und Gesundheitsversorgung eine große Rolle. Die Gründe dafür sind offensichtlich, finden aber erst seit kurzer Zeit Berücksichtigung in der Gesundheitsförderung und Gesundheitspolitik. Vor allem der unterschiedliche Einfluss von sozialen Determinanten auf den Gesundheitsstatus einer Person wirkt sich bei Frauen stärker als bei Männern aus. Hauptverantwortlich dafür ist der Verantwortungsbereich einer Frau im Familienleben. Frauen sind vorrangig für die Erziehung und das Wohl der Kinder verantwortlich und gleichzeitig fällt Ihnen der größte Teil der Hausarbeit zu. Aus dieser Konstellation ergibt sich, dass Frauen seltener einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen und seltener die Leistungen einer Arbeitslosenunterstützung in Anspruch nehmen. Kommt es zur Kürzung von Sozialleistungen, so sind Frauen am Ende stärker nachteilig davon betroffen. Falls Frauen berufstätig sind, so ist deren Entlohnung oft schlechter als die von Männern und die Wahrscheinlichkeit am Arbeitsplatz einer Diskriminierung ausgesetzt zu sein ist ebenfalls größer.

Heute am Beispiel von Unsicherheiten in der Nahrungsversorgung

Das Essen zählt zu den Grundbedürfnissen eines jeden Menschen und ist daher als wesentliche Grundlage für die Gesundheit anzusehen. Falls Menschen einer unzureichenden Versorgung mit Nahrungsmittel gegenüberstehen, so kann die ausreichende Aufnahme von Vitaminen beispielsweise in Form von frischem Obst oder Gemüse und anderen wichtigen Nahrungsbestandteilen nicht gesichert werden. Sowohl die Quantität als auch die Qualität des Angebotes sind hierbei von größter Bedeutung. Die Unsicherheit bei der Nahrungsversorgung ist vor allem in Familien mit Alleinerziehern und Sozialhilfeempfängern am größten. Gerade in einer Zeit, in der sehr viele Lebensmittel weggeworfen werden und es in allen Ländern, nicht nur in den Schwellenländern, ein Ungleichgewicht in der Nahrungsversorgung gibt, sind Initiativen zur besseren Verteilung besonders wertvoll. Wer Lebensmittel vor der Ablaufdatum abgeben oder einfach nur teilen möchte, der findet auf www.foodwatch.org bzw. www.footsharing.de sicher interessante Anknüpfungspunkte.

Heute am Beispiel von Arbeitslosigkeit und Arbeitsplatzsicherheit

Das Nachgehen einer Beschäftigung sichert ein regelmäßiges Einkommen, gibt dem Leben einen Sinn und hilft bei der Strukturierung des täglichen Lebens. Neben materiellen und sozialen Einbußen in Folge einer Arbeitslosigkeit kommt es ebenfalls zum Auftreten von psychologischem Stress sowie physischen und mentalen Problemen. Personen in Arbeitslosigkeit tentieren mit einer höheren Wahrscheinlichkeit dazu, einen ungesunden Lebensstil durch den Konsum von Tabak oder Alkohol zu wählen.

Heute am Beispiel von Einkommen und Einkommensverteilung

Ohne Zweifel ist das Einkommen einer der wichtigsten sozialen Einflussfaktoren auf den Gesundheitszustand  einer Person. Je höher das Einkommen, desto variabler kann der Lebensstil mit all seinen Vorzügen geplant werden. Zu den Vorzügen zählen wir ein umfangreicheres Nahrungsangebot, gute Lebensbedingungen und ausreichender Zugang zu allen wichtigen Faktoren, die ein gesundes Leben ermöglichen. Die Zusammenhänge zwischen Geld und Gesundheit zeigen sich nicht nur am Gesundheitszustand einer Familie und deren durchschnittlichen Familieneinkommen, sondern auch an der Verteilung des Einkommens in der Bevölkerung und wie diese Verteilung in Beziehung zur Gesundheit der Allgemeinbevölkerung gesetzt werden kann. Je gleichmäßiger die finanziellen Mittel verteilt sind, desto besser ist der gesundheitliche Zustand einer Population.

 Heute am Beispiel von Stress, Körper und Krankheit

Physiologischer und psychologischer Stress resultieren vielfach aus schlechten sozialen Verhältnissen. Der Stress resultiert hierbei aus den Möglichkeiten, die zur Bewältigung der jeweiligen Situationen wie beispielsweise geringem Einkommen, schlechter Wohnqualität, Nahrungsmittelknappheit, Arbeitsplatzunsicherheit oder schlechten Arbeitsbedingungen notwendig sind. Neben diesen Faktoren spielt aber auch die Diskriminierung aufgrund des Geschlechtes oder der ethnischen Zugehörigkeit eine nicht unwesentliche Rolle. Verstärkung erfahren diese Belastungen, wenn es keine Unterstützung durch soziale Netzwerke (z.B.: Freunde) gibt oder sich die Personen selbst stark zurückziehen und/oder anderen ständig misstrauen.

Aufgrund einer Vielzahl von wissenschaftlichen Erhebungen ist seit langer Zeit bekannt, dass es gesundheitliche Ungerechtigkeiten gibt. Diese Ungerechtigkeiten sind in nahezu allen Ländern zu finden und wirken sich vor allem in den ärmsten Gesellschaftsschichten am stärksten aus. Welche Auswirkungen die unterschiedlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen auf die Gesundheit haben, wurde von der WHO in einem gesonderten Bericht hervorgehoben. In einem Land wie Bangladesch oder Haiti sind die gesellschaftlichen Verhältnisse schlecht, dies wirkt sich auch auf die dortigen Arbeits- und Lebensbedingungen der betroffenen Personen aus.

Um weiterhin gesund zu bleiben, muss man das komplexe Zusammenspiel von Gesundheit und Krankheit sowie deren Einflussgrößen verstehen können. Wenn und das gelingt, dann können wir wesentlich kritischer gegenüber gutgemeinten Empfehlungen und Ratschlägen in Erscheinung treten. Es sollte für uns leichter werden, irreführenden Werbeversprechungen der Nahrungsmittel- und Pharmaindustrie zu widerstehen.

Wer kennt nicht die oft zitierte Lebensformel: "Gesunde Ernährung, reichlich Sport, kaum Stress und regelmäßig beim Arzt vorstellig werden." Würden wir uns an das halten, so sollte zumindest dem Inhalt der zuvor genannten Aussage nach einem langen Leben nichts mehr im Wege stehen.

Es steht außer Frage, dass wir durch unser individuelles Verhalten unseren Gesundheitszustand aktiv beeinflussen. Je mehr Risiken wir eingehen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, am Ende einen Schaden davon zu tragen. In der Finanzwelt ist es schließlich auch nicht anders. Bevor wir uns die verschiedenen Einflussfaktoren ansehen, untersuchen wir den Mythos Lebensstil. Warum Mythos? Weil der vielbesagte Lifestyle nur bedingt unser Leben verbessern kann. Dieser Abschnitt soll dazu beitragen, ein besseres Verständnis für den Begriff „Gesundheit“ zu bekommen und gleichzeitig soll gezeigt werden, dass es selbst in einem so hoch entwickelten Land wie Österreich mit einem ausgeprägten Sozialsystem noch immer soziale Ungleichheiten gibt. Wer sich mit dem Thema Gesundheitskompetenz auseinandersetzt, der muss erkennen können, dass Ungleichheiten nicht nur die betrifft, die diesen ausgesetzt sind, sondern Auswirkungen auf alle von uns haben. Es darf nicht länger alleine in der Verantwortung der Politiker liegen, Verbesserungen zu erwirken, sondern auch wir Wähler müssen danach trachten, die gesellschaftliche Benachteiligung unserer Mitbürger zu reduzieren und zu verhindern.

Am Ende des Kapitels werden Sie erkennen, dass selbst das beste oder teuerste Gesundheitssystem nur einer von vielen Bausteinen ist, der darüber entscheidet, ob wir gesund oder krank bzw. kurz oder lange leben.

 

Mythos Lebensstil

Lebensstil

Viel zu oft werden der genetische Einfluss und der gewählte Lebensstil eines Menschen in seiner Wirkung überschätzt. Umfangreiche Studien im Bereich der Sozialmedizin haben herausgefunden, dass der Lebensstil die vermeidbare Sterblichkeit eines Menschen nur zu rund 10 Prozent beeinflusst. Wesentlich wichtiger sind die auf den Körper einwirkenden gesellschaftlichen Faktoren, auf diese wird im nächsten Abschnitt detaillierter eingegangen. Zu den gesellschaftlichen Faktoren zählen vor allem das persönliche Einkommen, der Bildungsstand, die Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz und der eigenen Wohnsituation sowie das soziale Netzwerk. Sind diese Faktoren stark ausgeprägt und Stresssituationen können gut bewältigt werden, dann treten nachweislich seltener Erkrankungen auf.

Die Politik setzt vornehmlich auf die verstärkte Eigenverantwortung (Gesundheitskompetenz) der Bürger in Gesundheitsfragen. Außer Acht gelassen wird hierbei, dass es Faktoren gibt, die sich dem eigenen Verantwortungs- und Ermessensbereich entziehen. Inwiefern diese aber zur Ausprägung kommen und eine nachteilige Wirkung entfalten ist von Person zu Person aufgrund der jeweiligen Lebensrealitäten (Lebenssituation) unterschiedlich.

Ein Beispiel soll das verdeutlichen: Bei gleichem Tabakkonsum versterben Raucher mit einem geringeren Einkommen früher als Raucher mit einem hohen Einkommen. Wohl gemerkt, der Rauchkonsum ist gleich! Woran kann das liegen? Möglicherweise lebt der Raucher aufgrund seines geringen Einkommens an einer stark befahrenen Straße und atmet in Folge der dortigen Feinstaubbelastung weitere Schadstoffe ein. Die Vergleichsperson wiederum ist im oberen Management tätig und hat ein kleines Häuschen am Land, fern ab vom Verkehr.

Selbst das Immunsystem kann durch unsere gesellschaftliche Stellung beeinflusst werden. Aktive Freundschaften und eine Vielzahl an sozialen Kontakten aktivieren und stärken das Immunsystem. Glück und Zufriedenheit bringen somit eine gewisse Gesundheit mit sich. Im Gegensatz dazu wirken ständiges Selbstmitleid und Isolation negativ auf den Organismus ein.

Wissenschaftler haben einen weiteren wichtigen Einflussfaktor analysiert - es die Postleitzahl! Menschen, die in Bezirken leben, die als wohlhabender eingestuft werden, leben länger als Personen, die ärmeren Bezirken zugerechnet werden können. Die Gründe dafür sind hierbei wiederum hauptsächlich das Einkommen und die berufliche Stellung.

Initiativen, die sich für mehr Sport oder den gesunden Apfel einsetzen, sind zwar lobenswert, aber keine Freikarte zu einem längeren Leben. Wenn Sie sich daran beteiligen, so wird es nicht Ihr Nachteil sein, jedoch auch kein übermäßiger Gewinn. Der Fokus solcher Programme ist oft zu klein, denn es werden vielfach nur die Symptome eines Problems bekämpft. Die eigentliche Problemstellung bleibt oft aufgrund von begrenzten Möglichkeiten außer Acht gelassen. Initiativen müssen daher allumfassend ausgerichtet werden. Aufgrund der komplexen Anforderungen und der dafür notwendigen Finanzmittel ist das nur sehr selten möglich.

Heute berichte ich über eine Idee die hatte und ein wenig ausformiert habe. Aufgrund unzureichender Möglichkeiten in der Umsetzung stelle ich diese Idee anderen unter dem Motto "Stifte Nutzen - Teile Dein Wissen" zur Verfügung und wünsche viel Erfolg. 

Kindergerechtes Spielzeug mit RFID-Technik 

Eine Idee - Eine Innovation

Wie würde es aussehen, wenn wir Kinderspielzeug mit RFID Chips versehen und so messen, wie intensiv bestimmtes Spielzeug von Kindern in einem bestimmten Altersabschnitt genutzt wird?

Eltern, die auf altersgerechtes Spielzeug achten, könnten beispielsweise mit Hilfe von Empfehlungen von Alexa schnell und einfach in Erfahrung bringen, ob das gerade verstaute / gescannte Spielzeug noch aktiv genutzt wird und für das Kind zur Weiterentwicklung förderlich ist. Die Interaktion mit dem Spielzeug wird über Sensoren laufend erfasst.

Die im Hintergrund ablaufenden Logiken erkennen, dass das Spielzeug noch häufig genutzt wird, dann wird diese Information ebenfalls in Form einer Empfehlung (Sprachausgabe/Farbcode) ausgesprochen. 

Eine andere Empfehlung könnte lauten – bitte wieder in den Originalkarton geben, da kaum genutzt und sofern keine optischen Beeinträchtigungen vorhanden sind, würde eine (noch zu schaffende) Plattform den Preis X für dieses Produkt zahlen. Alternativ könnte der Preis X genannt werden, der durchschnittlich auf Ebay dafür erzielt wird. Soll gleich ein passendes Adressetikett gedruckt werden?

Alexander Riegler Wohlfühl-Challenge

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Alexander Riegler, MPH, EMPH, BSc.

 

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