17/02/2013

Tipps für mehr Aufmerksamkeit von Ihrem Arzt

geschrieben von

Sind Sie in der Vergangenheit schon einmal zum Arzt gegangen und haben gedacht, der hört mir nie zu? Haben Sie versucht Ihre Krankengeschichte zu erzählen und wurden dabei ständig unterbrochen? Fühlten Sie sich ignoriert oder dachten sich, dass der Arzt nie verstehen wird, warum Sie eigentlich in seine Praxis gekommen sind?

Studien haben gezeigt, dass zirka 80 Prozent (Wen, 2013b) aller Diagnosen schon alleine durch die Erzählungen des Patienten erfolgreich erstellt werden können. Es ist kein Geheimnis, dass den Mediziner immer weniger Zeit zum Zuhören zur Verfügung steht.

 

Es gibt mittlerweile so etwas wie eine „Kochbuch-Medizin“ in den Praxen – die Entscheidung wird aufgrund von Fragen betroffen, die der Patient alleine mit ja oder nein zu beantworten hat. Sie haben aber ein Recht darauf, dass Ihre Anliegen wahrgenommen werden, beharren Sie daher darauf, dass Ihre Geschichte angehört wird. Personen mit ausreichender Gesundheitskompetenz wollen informiert werden, mitentscheiden und das Gesagte verstehen!

Bedenken Sie aber, dass Sie dabei kurz und bündig vorgehen sollten, denn dem Mediziner steht nicht unendlich viel Zeit zur Verfügung und andere Patienten wollen auch nach einer möglichst kurzen Wartezeit an die Reihe kommen.

 

Sechs Tipps damit Ihnen der Arzt zuhört

Tipp Nummer 1: Beantworten Sie die dringenden Fragen des Mediziners

Viele Mediziner sind mittlerweile so auf Ihre “Kochbuch-Medizin“ fixiert, dass Sie nicht eher fortfahren, bevor diese Fragen nicht beantwortet wurden. Unterstützen Sie daher den Mediziner und beantworten Sie die Fragen wie gewünscht und ohne langwierige Ausschweifungen (Wen, 2013a). Es kommt nicht auf Ihre Rhetorikkünste an, sondern auf den Inhalt. Wenn er fragt, was Ihnen bei der Linderung der Schmerzen hilft, dann erzählen Sie es (z.B.: Aspirineinnahme).

 

Tipp Nummer 2: Am Ende der Fragenreihe schilden Sie Ihre Anliegen in Form einer kurzen Geschichte.

Nicht immer können alle gestellten Fragen direkt mit ja oder nein beantwortet werden. Beispielsweise wenn Sie einen Schmerz an einer Stelle beschreiben oder der Hinweis, dass es gestern nach dem Schwimmen intensiver wurde. Beschreiben Sie es vor allem dann, wenn Sie nach dem "wie und warum" gefragt werden. Achten Sie in diesem Zusammenhang darauf, ob der Arzt dann auf Ihre Antworten genauer eingeht oder diese möglicherweise „überhört“ hat.

 

Tipp Nummer 3: Stellen Sie Ihre eigenen Fragen

Wenn Sie nicht verstehen, warum eine Frage Ihres Arztes für Ihre Situation relevant ist, dann fragen Sie nach dem Grund der Frage. Möglicherweise sind Sie und Ihr Arzt gleichermaßen überrascht, denn womöglich weiß es auch der Arzt nicht genau warum er gefragt hat. Das Stellen dieser Frage gehört für Ihn einfach zur Routine. Es kann aber auch sein, dass der Grund mit etwas in Verbindung steht, dass Sie vorher nicht bedacht haben. Auf diese Weise lernen Sie dazu und können danach Informationen besser miteinander kombinieren.

 

Tipp Nummer 4: Unterbrechen Sie dezent, wenn auch Sie zuvor unterbrochen wurden

Sie versuchen etwas zu erklären und werden ständig dabei unterbrochen? Sind meine Eindrücke und Gefühle für den Experten irrelevant? Wenn Sie der Meinung sind, dass Sie von wichtigen Dingen berichten möchten, dann unterbrechen auch Sie den Arzt. Bedenken Sie, dass es sich um eine gemeinsame Konversation handelt, bei der der weitere Behandlungsweg geklärt werden soll und es kein Verhör ist.

Diese Taktik ist nicht neu, Anwälte trainieren Ihre Klienten darauf, nicht immer alles nur mit ja oder nein zu beantworten, denn auf diese Weise kann nichts aus dem Kontext heraus gerissen oder falsch verstanden werden. Unterbrechen dient somit nur dem Zweck, dass der Mediziner alle Informationen erhält und nicht nur jene, die er hören möchte bzw. glaubt zu brauchen.

 

Tipp Nummer5: Konzentrieren Sie sich auf Ihre Anliegenfreepic0136

Wenn Ihre Anliegen nicht zu Ihrer Zufriedenheit behandelt wurden, dann hacken Sie nach. „Entschuldigen Sie bitte, ich habe alle Ihre Fragen beantwortet, aber ich glaube meine Anliegen wurden noch nicht zur Gänze beachtet.“ Es ist entscheidend, dass Sie wissen, warum eine Behandlung notwendig ist oder warum ein Medikament genommen werden muss, denn davon hängt auch der Therapieerfolg und somit Ihrer Gesundheit ab. Es ist Ihr Körper und Ihre Aufgabe sich darum zu kümmern.

 

Tipp Nummer 6: Seien Sie stets höflich und respektvoll zu Ihrem Arzt

Ihr Arzt ist ein Gesundheitsexperte und darum bemüht, sein Bestes zu geben. Ihre Anliegen müssen wahrgenommen werden, fordern Sie dies in respektvoller und höflicher Weise ein. So sichern Sie sich eine funktionierende und effiziente Arzt-Patienten-Beziehung.

 

Eine Leserin empfiehlt zudem: Halten Sie Blickkontakt und senden Sie ICH-Botschaften.

 

Weiterführende Informationen dazu finden Sie auf der Seite des National Institutes of Health (USA).

 

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Quelle:

 Wen, L. (2013a). 6 tips for getting your doctor to listen to you. Link

 Wen, L. (2013b). Why Diagnosis Is the Key to Your Health -- And the Health of the Nation. Link

 

Letzte Änderung am 30/07/2014

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